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Kapitalanlagerecht  Versicherungsrecht  Verbraucherrecht

EuroPlan

Details

Der EuroPlan ist ein finanziertes Anlagemodell, das von Röbke & Partner GmbH initiiert wurde. Zeitlich dürfte es mit oder nach der Lex Konzept Rente entstanden sein.

Der EuroPlan weist ähnelt der Lex Konzept Rente stark. Wie auch die Lex Konzept Rente besteht der EuroPlan im Wesentlichen aus drei Bausteinen. Einer Wealthmaster Noble Police der Clerical Medical, einem endfälligen Darlehen und einem Fondsdepot.

Wie bei der Lex Konzept Rente soll das Darlehen bei Fälligkeit durch den Ertrag des Fondsdepots getilgt werden. Als Unterschied zur Lex Konzept Rente wird das Fondsdepot nicht mit finanziert, sondern in Form eines Sparplans durch monatliche Zahlungen des Anlegers angespart. Eine weitere Parallele zur Lex Rente besteht darin, dass die Initiatorin davon ausging, mittels des Fonds sei eine Rendite von um 10 % erzielbar, falls diese Rendite nicht eintrete, stehe das Vermögen aus der Lebensversicherungspolice zur Tilgung des Darlehens zur Verfügung.

Die Policen der Clerical Medical wurden mit der Begründung als Rettungsschirm verkauft, dass bei den Policen mit einem jährlichen Zuwachs von 8,5 % zu rechnen sei. Wenn ein geringerer Betrag als die 8,5 % der geleisteten Einmalprämie verwendet werde, um die Darlehenszinsen zu tilgen, könne die Police nicht im Wert sinken. Clerical Medical selbst garantiere, dass der Wert der Anteile in die investiert werde, nicht fallen könne, so dass der Versicherungswert trotz aktienlastiger Anlagestrategie nicht unter den Einstandspreis fallen könne. Werde das Darlehen voll in die Versicherungspolice investiert und könne deren Wert nicht sinken, bleibe der Wert des Vertrages stabil. Dem "Soll" aus dem Darlehen stehe der Versicherungswert als "Haben" gegenüber.

Weder der Initiatorin Röbke und Partner GmbH noch deren Masterdistributorin EMF aus Hamburg war dabei klar, dass Clerical Medical nach eigener Lesart der Vertragsbedingungen weder die Substanzverzehr des Anlagevermögens ausschließt, noch sich an einer Renditeprognose von 8,5 % festhalten lassen will.

Bereits im Sommer 2002 kursierten interne Schreiben an die Vertriebe und Vermittler, wonach es gefährlich sein könne, bei Verträgen die turnusmäßige Entnahmen vorsähen mit Renditen von 8,5% zu rechnen. Obwohl Clerical Medical Versicherungsvertriebe und Banken gewarnt hat und nach Erkenntnis des OLG Frankfurt selbst um das Jahr 2001 nur noch eine Rendite von 6 % für gerechtfertigt gehalten haben will, wurden die Versicherungsanträge für in den EuroPlan eingebundene Policen ohne Warnung der Versicherungsnehmer entgegen genommen. 

Der BGH hat mittlerweile sowohl das Bestehen von Schadensersatz- als auch Erfüllungsansprüche auf Rentenzahlung bestätigt.

Ich vertrete geschädigte EuroPlan Anleger bereits seit 2008. In Zusammenarbeit mit ebenfalls auf "CMI-Verfahren" spezialisierte Kollegen anderer Kanzleien und Versicherungsmakler ist es mittlerweile gelungen, umfangreiches Material zusammen zu tragen, um Schadensersatz- und Erfüllungsansprüche mit guten Erfolgschanden durchsetzen zu können.