Rechtsanwaltskanzlei  Jens Schneider   Hanauer Landstraße 126-128 15. Stock  60314 Frankfurt am Main

Kapitalanlagerecht  Versicherungsrecht  Verbraucherrecht

Fehlerhafte Anlageberatung

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Wer sich für eine Kapitalanlage entschließt, darf von seinem Berater eine umfassende, wahrheitsgerechte, einzelfall- und personenbezogene Beratung erwarten, die ihn über alle Tatsachen aufklärt, die für den Anlagentschluss "pro" vor allem aber auch  - und ganz wichtig - "contra" von Bedeutung sein können.

Auf die Frage des Richters, ob er korrekt beraten habe, stellte der Anlageberater die Gegenfrage, ob der Richter erst die Risikohinweise und Nebenwirkungen im Beipackzettel lese, bevor er zur Schmerztablette greife und ob er diese dann tatsächlich auch noch einnehme.

Sellbst wenn der Berater sich durch seine Antwort in ein schlechtes Licht gerückt hat, war die Gegenfrage berechtigt.

Welcher Anleger liest sich vor dem Abschluss eines Schiffs-, Medien- oder Immobilienfonds ein 80 oder gar 100 seitiges Prospekt durch? Ist es nicht merkwürdig, dass zu jedem Prospekt in Telefonbuchform noch ein Kurzexposé von 15 bis 30 Seiten gereicht wird, in dem die Anlage - möglicherweist vereinfacht und etwas verharmlost beschrieben wird?

Vielfach gehen die Berater vor Ort auch davon aus, ein gutes Produkt zu vermitteln, weil sie selbst entweder nicht ausreichend oder falsch informiert wurden. Häufig macht es in einem solchen Fall Sinn, direkt gegen den Initiator eines Anlagemodells vorzugehen und sich die Rückendeckung und eventuelle Insiderkenntnisse durch den Anlageberater zu sichern.